Von der Überschwemmung Mitte November habe ich ja bereits berichtet. Um die Weihnachtszeit herum hatte dir irische Landbevölkerung nun aber mit einer neuen, weitaus unbekannteren Bedrohung zu kämpfen. Eis und Schnee. Und nachdem bereits kurz nach meiner Ankunft Reisen in jeder Form durch weiträumige überfrierende Nässe auf allen Straßen unterbunden wurde, (Freunde die in Cork am 30. Dezember landen wollten wurden nach Shannon, etwa 200 km nördlich umgeleitet) passierte dann eine Woche später das Ungeheuerliche …5 bis 10 cm Schneefall.
Nun besteht der gängige irische Winterdienst leider aus einem Multicar, auf dessen Ladefläche 2 arme Knechte sitzen und Sand aus einem Sack (der wahrscheinlich zur Flut noch Hauswände abgedichtet hat) streuen. Wirkliches Streusalz wurde nach einer Kaltwetterperiode von etwa 24h bereits als „aufgebraucht“ deklariert. Naja, als durchschnittlicher Mittelgebirgsbewohner (der aus „alten Zeiten“ auch Winter mit 1-2m Schnee gewohnt ist) war mir dieser Fakt erst einmal unerklärlich. John hat mich dann allerdings freundlicherweise darauf hingewiesen, dass es hier seit 30 Jahren keinen Winter gab, der länger als einen Tag gedauert hätte.
Egal wie, das Chaos war natürlich vorprogrammiert. Letzten Montag war nur knapp die halbe Belegschaft auf Arbeit, Busse sind gleich mal gar nicht gefahren und die, die es dann doch versucht haben durchzukommen, haben Stunden auf den Straßen zugebracht (Winterreifen sind hier natürlich auch ein Fremdwort). Noch erschreckender war für mich der Fakt, dass halb Dublin ohne Trinkwasserversorgung war, ganz einfach weil die Wasserleitungen alle eingefroren sind.
Naja, schon am Dienstag, als Eis und Schnee von massiven Regenfällen und Sturm abgelöst wurden, war der Spuck dann aber wieder vorbei. Schade nur, dass der Regen (kombiniert mit dem Schmelzwasser) nun seinerseits wieder für Hochwasser und durch Überflutung unpassierbare Straßen sorgte.
Naja, aber wie haben die „Spitzenpolitiker“ dieser Welt noch vor nicht mal einem Monat in Kopenhagen so gut festgestellt, Klimaschutz ist viel zu teuer und schadet unserer guten Weltwirtschaft. In diesem Sinne, geht euch schon mal Gummistiefel kaufen.
Das alte Spichwort: "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung!" scheint ja für Irland im Besonderen zuzutreffen! In diesem Sinne- Schi heil, Wasser marsch oder so.....muv
AntwortenLöschenWetterfestigkeit ist immer so eine Sache. Ich hab mir schon überlegt, wenn hier in D-Land der Winter irgendwann so klirrend wird wie bei uns drüben in RUS, werd ich mir aufm Mittelaltermarkt eine komplette Fell-Garderobe zusammenstellen und rumlaufen wie die Nordmarer aus Gothic III vom Wolftribe. :D
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