Montag, 22. Februar 2010

Pancake Tuesday


So…wenn ich schon einmal dabei bin habe ich zumindest noch einen für euch:

Der in Deutschland allseits (ok …nicht allseits …aber zumindest weitläufig) verbreitete Karneval ist hier absolut unbekannt und untypisch. Und das war nun wiederum meine Fahrkarte in eine Narren- und Kalauerfreie Zone ganz ohne „Tätä“ und schlechte Büddenreden…herrrlich!!

Aber wie dem auch sei, die Iren haben ihren eigenen Brauch die 40 Tage andauernde Fastenzeit (Bibel und so …manch einer erinnert sich) einzuleiten…und zwar mit einem Pancake Tuesday. Ein Dienstag an dem im ganzen Land (fast) nur Pfannkuchen gegessen werden (und zwar nicht die Faschingspfannkuchen, sondern die Variante, die ich zumindest lieber Eierkuchen nenne). Und sogar unsere sonst nicht sehr einfallsreiche Kantine hat es geschafft an diesem Tag Eierkuchen zu servieren (und dass die das sonst nicht schaffen zeigt, wie einfallslos die sind). Naja, fasten tun hier soweit ich weis die wenigsten (wie auch in Deutschland…alle die sich dran halten können ja gerne einen Kommentar schreiben) aber der Dienstag, als letzter Tag an dem nochmal geschlemmt werden darf (in diesem Fall mit Pfannkuchen) hat sich erhalten. Tolle Sache das!

Sonntag, 21. Februar 2010

Und da war …


… der Februar auch schon fast vorbei … und außer gähnender Leere tut sich hier im Blog nix mehr. Der eine oder andere von Euch, der hier ab und zu nochmal reinschaut (wenn ihr das überhaupt noch tut) wird sich vielleicht denken: Gibt es denn Garnichts mehr zu berichten bei dem da drüben? Hat der uns vergessen? …Ich kann bei beiden Entwarnung geben … es gäbe eigentlich genug zu berichten, da wäre mein Ausflug nach Kerry, der Besuch meines deutschen Betreuers hier auf Arbeit, meine typisch irische Geburtstagsfeier und noch einige weitere irische Eigenheiten auf die ich so aufmerksam geworden bin … und ich hoffe auch von den meisten Dingen noch erzählen zu können, nur ist es Moment leider so (wie schon im Einleitungssatz angedeutet), dass die Zeit hier ganzschön rennt. Da ist noch dies und das zu erledigen (in Hinblick auf Abreise), die Arbeit will noch beendet werden und dann müssen ja auch noch all die Erlebnisse erlebt werden über die ich hier eigentlich schreiben sollte. Long story short … ich hab im Moment nicht wirklich Zeit zum tippen …und (um ganz ehrlich zu sein) wenn dann doch mal zwischendrin ein bisschen Zeit ist verbring ich die auch gerne mal mit gammeln. In diesem Sinne hoffe ich euch einfach mal auf März vertrösten zu können …es wird garantiert noch einige Berichte (und Fotos) geben … auch wenn es dann leider nichtmehr ganz der neuste Schrei ist.

In diesem Sinne, bis bald (hier im Blog und in Deutschland).

Samstag, 30. Januar 2010

Iren und Autofahren

Zwei Welten treffen aufeinander. Und das liegt nicht nur an schlechten Straßen, Schnee und Linksverkehr, nein, das liegt hauptsächlich daran, dass es in Irland zwei unterschiedliche Arten von Fahrerlaubnis gibt. Die sogenannte provisionell licence und die full licence. Erst genannte bekommt man bereits nachdem man erfolgreich einen Theorie Test abgelegt hat. Ab dann darf man mit einem Learnes-„L“ auf der Karre in Begleitung einer Person die bereits eine full licence erworben hat die öffentlichen Feldwege unsicher machen. Theoretisch. Praktisch gab es über die letzten Jahre verteilt dummerweise viel zu wenig Plätze um wirklich eine full licence zu ergattern. Abgesehen davon würde das ja Geld kosten. Daher fahren viele Iren ihr halbes Leben lang (und dann natürlich auch solo) mit der provisionell rum …und wirklich kontrolliert wird das anscheinend auch nicht.

Seis drum, auch die full licence ist für deutsche Maßstäbe ein Witz. 5-7 Fahrstunden und dann ne praktische Prüfung, wer durchfällt kann die Woche drauf halt nochmal versuchen. In diesem Sinne…Hals und Beinbruch auf Irlands Straßen.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Wie bestellt man 2 Guinnes in Irland?

„Two pint of Guinness please“. So einfach. Aber was tun, wenn es rundherum so laut ist, dass einen keiner versteht? Ja, das ist mal wieder eine „Vorsicht-Falle!“-Situation. Die Handhaltung auf der linken Seite hier:


ist in Irland und Großbritannien nämlich mit dem in Deutschland eher gebräuchlichen Stinkefinger gleichzusetzen. Der Hintergrund des ganzen liegt schon recht weit zurück, genauergesagt im Mittelalter. Zu dieser Zeit waren auf den Inseln vor allem die Bogenschützen gefürchtet, die auf lange Distanz problemlos einen Ritter in kompletter Rüstung durchbohren konnten (oder zumindest die Rüstung selbst…der Effekt ist der gleiche). Wurde ein feindlicher Bogenschütze gefangen genommen, hat man ihm einfach Zeige- und Mittelfinger abgeschnitten. Da diese dringend nötig sind um den Pfeil zu halten hatte sich die Schützenkarriere damit für die entsprechende Person erledigt. Jemanden beide finger zu präsentieren bedeutet also einfach: „pass auf was du tust, ich habe meine Finger noch.“

PS: Seine zwei Bier so zu bestellen, wie das Bild auf der rechten Seite zeigt ist übrigens vollkommen legitim.

Dienstag, 26. Januar 2010

Materials Ireland

Bevor es vollends in Vergessenheit gerät (und damit meine ich sowohl das Ereignis selbst, als auch den ganzen Blog hier) möchte ich nochmal über ein Ereignis berichten, dass kurz vor Weihnachten stattgefunden und für mich den bisherigen Höhepunkt meines hiesigen Aufenthalts markiert hat. Die Rede ist von der Konferenz „Materials Ireland“, welche das Tyndall Institute zufälligerweise letztes Jahr ausrichten durfte.


Und da das gerade so gut gepasst hat, durfte ich (zugegebener Maßen als Co-Autor) dort meine bisherigen Ergebnisse auf einem Poster verewigen und obendrein natürlich alle Vorträge anhören, die in den zwei Tagen so dargeboten wurden. Ehrlicherweise muss aber ich sagen, dass der Großteil mich irgendwie nicht interessiert hat, auch wenn durchaus ein paar interessante Dinge dabei waren. Das lag wiederum aber höchstwahrscheinlich am sehr breitgefächerten Spektrum an Vorträgen. Erschreckt hat mich außerdem, wie viele Dinge da tatsächlicherweise präsentiert wurden, wo man in der Uni einfach nur gedacht hat „sonen Scheiß siehst du eh nie wieder“ (an die ESMer…Stick-Slip-Versuch sagt euch ja vielleicht noch was…) Sei es drum, es war meine erste Konferenz und deshalb doch irgendwie alles spannend und gelohnt hat es sich alle mal. (zumal es kostenlos war und das Catering wirklich göttlich).


Außerdem wurde ich überraschenderweise mit zum Konferenzdinner in das 4 Sterne Hotel auf der anderen Seite des Flusses eingeladen, auf Staatskosten versteht sich. War schon ein bisschen seltsam, als Claudia (ne andere deutsche Studentin) und ich da aufgekreuzt sind, in Turnschuhen, das Fahrrad mal eiskalt an die Laterne vorm Hotel angeschlossen haben (Fahrradständer gab es da natürlich nicht…warum wohl?) und dann reingeplatzt sind von wegen: „hier sind wir, wir wollen zum Konferenz-Dinner“.


Jegliche Angst davor in gehobener Atmosphäre peinlich aufzufallen war aber dahin sobald das Dinner selbst in Gang gekommen war. Kurz vor Weihnachten bestand die Dekoration Großteils aus Tischfeuerwerk und Party-Crackern (klingt eher nach Silvester, ist in Großbritannien und Irland aber typisch weihnachtlich), welche spätestens nach der Vorsuppe auch benutzt wurden und somit doch schnell für Party-Stimmung sorgten.

Zum Hauptgang gab es übrigens Seeteufel in Schinken eingerollt, mit einer Käse-Sahnesoße und Kartoffel-Ecken …sehr lecker… und wenn man bedenkt, dass ich mich nur kurz vorher noch mit mince pies (kleine, warme, mit einer weihnachtlichen Fruchtmischung gefüllte Törtchen) vollgehauen habe, auch unglaublich sättigend.

In diesem Sinne, Party-Hut aufsetz und auf die nächste Konferenz freu.


PS: Nur um mir einen weiteren Eintrag zu sparen …das „Fress-Fest“ ging 3 Tage später weiter, als die eigentliche Weihnachtsfeier vom Tyndall und der AMSG anstand. Um euch jetzt aber nicht zu viel Hunger zu bereiten verzichte ich darauf, einzeln aufzuzählen, was ich da alles gegessen habe, es sei nur soviel gesagt…ich habe mich noch nie in meinem Leben so satt gefühlt… sogar das Atmen hat weh getan und die Busfahrt nach Hause war irgendwie kein Spaß …aber wie heist es so schön, lieber den Magen verrenken, als dem Wirt was schenken.