Sonntag, 20. Dezember 2009

Heimaturlaub


Sonntag 20.12. 00:30 Noch 4 Stunden bis das Taxi kommt um mich zum Flughafen zu bringen und ich kann einfach nicht schlafen. Auf der einen Seite freu ich mich total, auf 7 Tage mit Skifahren, Weihnachtsmarkt, Familie und Freunden, Schwarzbrot, Rechtsverkehr, Bäckereien…eben alle die Dinge, welche man dann doch vermissen lernt, wenn man eine Weile im Ausland lebt .. auf der anderen Seite ist es fast schon erschreckend, dass ich nun schon knapp 3 Monate hier lebe. Und als Zwischenbilanz lässt sich nur sagen, dass ich beide, sowohl Cork im Speziellen als auch Irland im Allgemeinen, echt lieben gelernt habe. Und deshalb ist der Abschied hier schon fast etwas seltsam … aber naja, ich komme ja nochmal wieder und deshalb schaue ich jetzt erstmal nach vorne und freu mich auf die Tage in Deutschland und vor allem darauf auch möglichst viele der Leser hier wiederzusehen. An dieser Stelle deshalb auch schon einmal vielen Dank fürs Treue halten und das viele Feedback, dass ich von euch bekommen habe. Insofern bis dahin und im Anschluss gibt es dann wieder Neuigkeiten von der grünen Insel.

Greetings,

Jens (gerade mal nicht) in Cork

Sonntag, 13. Dezember 2009

Irish Fashion


Heute begebe ich mich mal auf ein Plaster, dass mir sonst nicht besonders liegt: Mode.

Die irische Mode wird dabei von zwei Extremen dominiert. Auf der einen Seite die unglaubliche, unschlagbare Alltags-Allzweckwaffe: Die Jogginghose. Egal ob in der Uni, im Kino, beim Einkaufsbummel am Sonntag, Jogginghosen (nach dem Motto je verschlissener desto besser) gehen überall. Laut Daniel gibt es sogar einen Reiseführer, der sagt Jogginghosen sind in Irland ein Statussymbol. Die einzige wirkliche Erklärung die ich dafür habe ist, dass die Schulen hier (genau wie in England) alle Schuluniformen-Pflicht haben und es deshalb für die irische Jugend etwas tolles ist einfach wie der letzte Husten rumzulaufen. Anscheinend behalten sich das ein guter Schuss Iren aber deutlich über ihre Schulzeit hinaus bei.

Als krasser Gegensatz dazu steht das Mode-Verhalten der ausgehwilligen irischen Frauen. Das typische Erscheinungsbild hat tonnenweise Schminke im Gesicht, trägt einen Rock den man am besten als erweiterten Gürtel beschreibt und favorisiert allgemein sich gegenseitig beißende Farbtöne oder zumindest Glitzer-Zeug. Auch hier zieht sich das Erscheinungsbild erschreckenderweise durch alle Alters- und Größenklassen und sieht im Allgemeinen einfach nur billig aus. Oder um es mit den Worten von Sabrina zu sagen: „Wenn du in Hamburg so rumläufst, bist du ne Nutte.“

Samstag, 12. Dezember 2009

Die Legende vom neuen Labor *

Schon als ich vor zweieinhalb Monaten hier angekommen bin wurde mir, bei meiner Labor-Einführung gesagt, dass wir ein neues Labor auf der anderen Seite des Institutes bekommen und deshalb wohl bald umziehen werden.

Gut einen Monat lang war es ruhig um diese wage Behauptung, dann kam die feierliche Eröffnung des sogenannten Block C, ein 42 Millionen Euro teures Laborgebäude, zu der sogar die irische Vize-Premierministerin Mary Coughlan (in Irland eigentlich Tánaiste genannt) anwesend war. Vom sagenumwobenen neuen Lab war aber weiterhin keine Spur.

Vor gut zwei Wochen hieß es dann plötzlich in einer Mail meines Chefs, dass es doch jetzt ein ganz guter Zeitpunkt wäre alle ALD und CVD Maschinen in das neue Labor zu schaffen. Die Idee scheiterte aber an der Feststellung, dass die Steckdosen in dem (für mich immer noch imaginären) neuen Labor wohl nur 45 kW liefern, für eine unserer 5 Maschinen aber schon 30 kW nötig sind …und so wird weiter gewartet, bis auch dieser Fehler korrigiert ist …und ich bin mal hochgespannt ob ich dieses legendäre neue Labor in meiner Zeit hier überhaupt noch sehen werde.

Oh du Fröhliche …

Ja auch in Irland ist es Weihnachten. Ehrlich gesagt fühle ich mich hier sogar weitaus mehr in Weihnachtstimmung als in letzten paar Jahre in Deutschland. Vielleicht liegt es daran, dass man hier sowieso keinen Schnee erwartet und einem die festlich beleuchtete Stadt und die Weihnachtslieder im Supermarkt somit voll und ganz ausreichen um zu checken: „He, das Jahr ist bald wieder um“. Höchstwahrscheinlich liegt es aber eher daran, dass ich zur Zeit doch ein recht entspanntes Leben führe, klar ich arbeite hier (aber mal ehrlich …es sind irische Arbeitstage), aber wenn ich da vergleichsweise an letztes Jahr in der Uni zurück denke (gerade unser fünftes Semester war aufs Schrecklichste überladen), dann ist es nicht verwunderlich, dass man plötzlich auf seinen Kalender schaut und denkt: „24ter Dezember, achja richtig, da war ja was.“

Hier dagegen habe ich es mir im Rahmen der Möglichkeiten durchaus richtig gemütlich gemacht, sprich Kerzenbeleuchtung, Glühwein (auch wenn jeder Schluck beim trinken weh tut, wenn man an die irischen Alkoholpreise denkt) und ein kleiner Weihnachtstern, der meine Wand schmückt.


Auch so eine Art „Ersatzweihnachtsmarkt“ gibt es hier jedes Wochenende in Cork. Nichts Besonderes an sich, aber einfach eine Möglichkeit ein bisschen Heimat-feeling zu inhalieren. Darüber hinaus gibt es noch einen nach amerikanischem Vorbild wunderbar geschmückten Stadtpark, mit tausenden Lampen, Weihnachtsmusik-Beschallung und einer Hand voll Maskottchen, die zu Fotostunden bereit stehen. Gleichzeitig unglaublich kitschig, aber trotzdem irgendwie cool. In diesem Sinne, Frohe Weihnachten auch nach Deutschland!