Lange Zeit habe ich es versucht, Leute zu motivieren mit in die kleine Hafenstadt Cobh zu fahren, letztes Wochenende war es endlich soweit. Die kleine 6500 Seelenstadt liegt etwa eine halbe Zugstunde westwärts von Cork und ist vor allem dafür „berühmt“ der letzte Ankerpunkt der Titanic gewesen zu sein, bevor Selbige von ihrem wohl bekannten Schicksal eingeholt wurde. Daran erinnert auch heute noch ein Denkmal. Das Denkmal auf dem folgenden Foto ist allerdings einer anderen Schiffskatastrophe gewidmet. Ebenfalls von Cobh aus gestartet wurde das Passagierschiff Lusitania am 7. Mai 1915 von einem deutschen U-Boot versenkt. Es war das zweitgrößte Schiff, das im ersten Weltkrieg gesunken ist, 1189 Menschen starben.
Aber wieder zur Gegenwart und etwas erfreulicheren Themen. In Cobh angekommen haben wir natürlich sofort alle wichtigen Attraktionen ausgespäht und, soweit möglich, auch genutzt.
Am meisten hat mich dabei die sehr südländische Vegetation erstaunt. Nicht nur, dass Palmen die Uferpromenaden zieren, nein auch wilde Bambuswälder wurden im Laufe des Tages noch durchquert.
Den kleinen Weg, der hier zu sehen ist habe ich Übrigens ausgekundschaftet, nachdem wir eine ganze Weile am „Strand“ entlang gewandert sind und keine Lust auf den Rückweg über die glitschigen Felsen hatten. „Guck mal, hier ist ne Treppe“. Naja, sowas ähnliches war es ja dann auch, und hat uns direkt in den Vorgarten eines freundlichen Iren geführt.
Nach diesem nervlich aufreibenden Stress, schließlich hätten wir ja auch in einem geheimen russischen Atombunker oder dem Versteck von O.B.L. herauskommen können, sind wir dann doch dazu über gegangen uns die Standard-Sehenswürdigkeiten der Stadt anzuschauen. Zu nennen wären da an allererster Stelle die Cobh-Kathedral. Ein riesiges Bauwerk (vergleicht man spontan mal die Einwohnerzahl) aus dem 19ten Jahrhundert, im neugotischen Stil gehalten und architektonisch wirklich eine Meisterleistung.
Auch noch erwähnenswert: Mein Mittagessen. Bestehend aus Oxford-Lunch, was quasi Rosinen-und-Trockenfrüchte-Kuchen war, und dem nicht zu schlagenden „Mars Refuel“-Drink. Laut Packungsaufschrift das optimale Getränk für jeden Leistungssportler. Wissenschaftliche Studien haben wohl gezeigt, dass Sportler mit „Mars Refuel“ 50% länger durchhalten, als mit für Sportler optimierten Fitness-Drinks. Von mir durchgeführte Feldversuche haben allerdings gezeigt, dass „Mars Refuel“ nichts anderes ist als stink normaler Kakao mit einer Extra-Ladung Zucker.