Sonntag, 22. November 2009

Küchen-Chaos made in Germany

Begonnen hatte alles mit der Schnaps-Idee für meine Mitbewohner irgendetwas typisch Deutsches zu kochen. Es sollte einfach sein, schnell zubereitet und trotzdem schmecken …und zusätzlich in Irland absolut unbekannt. Als Antwort fand sich schnell die Berliner Delikatesse schlechthin: Currywurst.

Also ab in den Tesco, tausende Zutaten gekauft (dabei mehrfach beinahe ausgerastet …finde mal Tomatenmark in einem absolut unbekannten Supermarkt wenn du den englischen Begriff dafür nicht kennst …) und sich unter Lebensgefahr an die Umwandlung selbiger zu einem Festmahl unbekannten Ausmaßes gemacht.

Problem Eins offenbarte sich bei einem genaueren Blick auf die Beilage: „Pommes nur für die Friteuse, nicht im Ofen oder der Mikrowelle zubereiten“ …selbige hatte ich nun natürlich nicht zur Verfügung, ok Hinweis also missachtet und die Ofen-Variante versucht …schlechte Idee, ganz schlechte Idee. Naja, gut wenn man einen Plan B hat und so wurde als Beilage eben Weißbrot serviert.

Problem Zwei machte sich langsam auf den Weg, als ich Steve gebeten habe die fertig gebratenen Würste doch bitte auf „warm halten“ in die Mikrowelle zu stellen. Naja, wie sich später herausstellte tun 5 min bei 650 Watt den irischen Würsten nur optisch, zum Glück aber kaum geschmacklich einen Abbruch.

Problem Drei war dann wahrscheinlich hauptsächlich kultureller Natur. Steve versicherte mir zwar, er könnte den Spaß jeden Tag essen und auch die anderen fanden es „nicht schlecht“, allgemein hielt sich die Begeisterung (gefühlt) aber in Grenzen und ich habe so den leisen Verdacht, dass Iren einfach nicht auf scharfes Essen stehen …


Wirklich daran erinnern wird sich glücklicherweise eh keiner, da wir im Anschluss in den „Outpost“ gepilgert sind um dem WM-Playoff-Spiel Irland vs. Frankreich beizuwohnen. Und ich muss sagen, die dort herrschende grandiose Stimmung (erinnerte mich schwer an die WM in Deutschland vor drei Jahren) und eine absolut stark spielende irische Mannschaft sorgten für schwer unterhaltsame 100 Fußball-Minuten. Das die Partie dann zu Ungunsten der eigentlich bessren Iren durch ein Tor entschieden wurde, dem ein klares Handspiel von Henry vorausging, lies die Nacht dann allerdings in einer Mischung aus Wut und Trauer enden. Auch jetzt, eine knappe Woche danach ist diese Aktion noch eines der absoluten Top-Themen in den irischen Medien. Und sogar der Irische Premierminister hat dem guten Sarkozy nahegelegt doch bitte für eine Wiederholung des Spiels einzutreten. Ich glaube leider kaum dass es dazu kommen wird, Fairness wird im Profisport leider schon lange nichtmehr groß genug geschrieben, da helfen auch keine offiziellen „FIFA fair play days“, wenn man dann eine solche Entscheidung als „ist halt so“ hin nimmt.

2 Kommentare:

  1. Für Insulaner gilt meiner Erfahrung nach:

    Benutzung von Gewürzen egal welcher Art, Menge, Herkunft, etc. macht aus Nahrung eine exotische Mahlzeit. Will heißen, wenn Du was anderes nimmst als Salz (und in manchen Regionen auch Pfeffer), gilt das ganze als nahezu avantgardistisch.

    Seltsam aber wahr.

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  2. wenn ich hier manchmal nudeln oder reis esse hab ich so das gefühl die Iren wissen nichtmal was Salz ist ...bei der vorgesalzenen Butter wird mir dann wieder klar, dass es doch so ist ;)

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