Sonntag, 18. Oktober 2009

Was zu Hölle ist Ruthenium? *


Natürlich möchte ich in diesem Block auch hin und wieder ein paar Worte über die Arbeit verlieren. Dabei werde ich versuchen auch diese Einträge so verständlich und allgemeingültig wie möglich zu halten, wen wissenschaftlich angehauchtes Gelaber allerdings nicht interessiert, den bitte ich einfach alle mit einem * versehen Einträge zu ignorieren. Außerdem will ich hinzufügen, dass ich hier natürlich auch einer Verschwiegenheits-Klausel unterliege und deshalb natürlich keine vertraulichen Informationen publizieren kann. Im Endeffekt bedeutet das, dass alles was ich hier schreibe mit mehr oder weniger viel Aufwand auch über Google auffindbar ist, aber ich glaube kaum, dass einer von euch schon einmal Ruthenium nachgeschlagen hat …

Jedenfalls ist die erste Arbeitswoche, nachdem doch etwas seltsamen Start, doch sehr gut verlaufen. Hauptsächlich bin ich mit dem Lesen verschiedener Veröffentlichungen der letzten Jahre beschäftigt, um einen Überblick über mein Thema zu bekommen. Die Mitarbeiter in Gruppe (zumindest die, die da sind) sind alle verdammt nett und soweit ich das beurteilen kann versteh ich mich ganz gut mit den meisten. In meinem Büro sitze ich zurzeit mit Amelie, einer post-Doktorandin aus Frankreich, und Claudia, einer etwas konfusen Doktorandin aus Italien (Chemiker halt) zusammen.

Amelie wiederum arbeitet zurzeit an einem Projekt zum Thema Ruthenium und eine meiner Hauptbeschäftigungen ist es, sie dabei mit dummen Fragen und verqueren Ansichten zu unterstützen. Und da das ganze von der Prozessführungsseite sehr in Richtung des Projektes tendiert, das ich hier mal bearbeiten soll, stellt das ganze natürlich einen spitzen Einstieg für mich dar.

Aber was ist das überhaupt, dieses Ruthenium? Laut Wikipedia ist es das 44. Element des Periodensystems, es ist weißgrau, spröde, hat eine Dichte von über 12 g/cm³ und gehört zu den Platinmetallen. Das ist eine Gruppe von sechs Edelmetallen (Ruthenium, Rhodium, Palladium, Iridium, Osmium und Platin) mit relativ ähnlichem chemischen Charakter. Im Periodensystem steht Ruthenium direkt unter Eisen. Sein Name kommt vom lateinischen Begriff „ruthenia“, welcher Russland bedeutet, und auf das Heimatland des Element-Entdeckers hinweist. Die Weltjahres-Produktion liegt bei 150 kg, der kg-Preist beträgt etwa 500 €. Verwendung findet Ruthenium vor allem als Katalysator in der chemischen Industrie oder auch als Legierungszusatz für Titanlegierung. In den letzten Jahren hat das Element aber eine wachsende Bedeutung auf dem Gebiet der Mikroelektronik erfahren, was sich auf einige besondere Eigenschaften des Metalls und seiner Verbindungen zurückführen lässt. Dies ist natürlich auch der Grund warum wir uns hier damit beschäftigen.

Die Arbeit an Ruthenium ist nebenbei auch gleichzeitig mein erster Einblick darin, wie teuer Grundlagenforschung eigentlich ist. Für die Schichterzeugung verwenden wir nämlich eine sogenannte organometallische Substanz, vereinfacht kann man sich das als ein Alkohol-Molekül vorstellen, an dessen Ende ein Ruthenium-Ion hängt. Amelie hat für ihre Forschung jedenfalls ganze 10g dieser Substanz zur Verfügung. Kostenpunkt 80 €/g

Das war es dann auch erst einmal wieder für heute, mehr von meiner Arbeit (und vielleicht auch vom Ruthenium) gibt es dann natürlich im Laufe der nächsten Monate.

1 Kommentar:

  1. Also 80 Tacken pro Gramm sind für jeden Stoff ein stolzer Preis - das ist mehr als das 2,5-fache von Gold im Preis und sogar teuerer als Straßenkoks pro Gramm, zumindest laut Wiki. :D Ajajaj..

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