Samstag, 3. Oktober 2009

Reise, Reise


Döbeln Hbf 15:46 …pünktlich (und das will schon mal was heißen, immerhin sprechen wir hier von der Deutschen Bahn) rollt die Regionalbahn nach Elsterwerda auf Bahnsteig 3 ein. Jetzt ist es also soweit. Der Moment wo es (fast) kein Zurück mehr gibt. Aber daran ist in diesem Augenblick eh nichtmehr zu denken, viel wichtiger, dass die 23 kg schwere Reisetasche schnell in den Zug gehievt wird. Noch ein letzter Blick zurück, nochmal kurz gewunken und los geht’s. Destination: Berlin Schönefeld. Da komme ich auch pünktlich 2 Umsteigpunkte, 2 Bananen, 1 Packung Kekse, 3 Stunden und 22 Minuten später an.

Der Check-In verläuft gewohnt unspektakulär, allgemein hatte ich mir Schönefeld aber irgendwie größer und spektakulärer vorgestellt. Alle 15 min ein Start, subjektiv ist da ja in Leipzig mehr Betrieb. Allerdings, so sicher habe ich mich beim Fliegen selten gefühlt, zumindest wenn man die Intensität der eigenen Personenkontrolle als Maß nimmt. Rucksack komplett auspacken, Laptop einzeln, Festplatte und Kabeln einzeln, Schuhe ausziehen…die auch nochmal Scannen…ich werde bestimmt 5 min durchleuchtet (ok, zur Verteidigung des durchaus freundlichen Beamten muss ich sagen, ich hätte vielleicht nicht Hemd und Hose mit sovielen Nieten anziehen sollen …bei mir hat echt alles gepiept). Schlussendlich darf ich dann aber doch noch durch, genehmige mir noch ein letztes deutsches Bier und besteige um 21:30 den A 320 Airbus von Aer Lingus nach Cork. (im Moment gut zu sehen im Header der Seite)

Den Flug selber hab ich mehr oder weniger verschlafen, aber soviel ist auf so einem Nachtflug auch nicht los. Weitere zweieinhalb Stunden später, dank 1h Zeitverschiebung aber noch vor Mitternacht, landen wir sicher auf der grünen Insel.

Wenig später trete ich auch schon aus dem großen Glasgebäude auf die dunkle Straße, frage mich noch wo nun hier der Bus in die Innenstadt ist, als ein gelb-rotes Großraumtaxi mit der Aufschrift „Sky-Link“ vor meinen Füßen hält. Ich streck dem Fahrer meinen ausgedruckten Fahrschein hin, der hakt mich auf einer handgeschriebenen Liste ab, wir warten noch auf 5 andere Passagiere und dann geht’s ab in Richtung Cork Innenstadt. Die Tatsache, dass in ganz Irland Linksverkehr ist habe ich übrigends erst beim ersten Kreisel bemerkt. Allgemein muss ich sagen, dass mich der Linksverkehr (zumindest bisher und als Fußgänger) kaum stört. Oft check ich eh nicht ob das nun ne Einbahnstraße ist oder nicht. Das einzige was etwas komisch ist sind die weit aushohlenden Rechtsabbieger, weil man irgendwie erwartet, dass die direkt am Bordstein entlang fahren. Gerade wenn man versucht sich der einheimischen Bevölkerung anzupassen, und Ampeln grundsätzlich nur bei rot zu überqueren, kann das schon mal für böse Überraschungen sorgen. Aber davon vielleicht die Tage mal mehr.

Jedenfalls hat uns der Bus direkt an unserem Hostel in der nördlichen Innenstadt abgesetzt. Kinlay House genannt kommt das Quartier einer Jugendherberge relativ nahe. Günstiger Zimmer mit Frühstück, Gemeinschaftsbad und 24 Stunden Check-In (sehr praktisch wenn man mitten in der Nacht landet), alles in allem ein sehr altes Haus, aber irgendwie schön und einladend.

Ich bin jedenfalls tot glücklich, dass die ganze Planung aufgegangen ist und ich nicht im Bus-Stop schlafen muss.

1 Kommentar:

  1. "Wenn Sie nach links schauen, und von rechts überfahren werden, _dann_ wissen Sie, dass Sie in England sind..."

    In deinem Fall wohl eher Irland, das Ergebnis ist aber das gleiche O.o

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