Wie schon erwähnt bin ich in der Berichterstattung ein wenig im Rückstand, deshalb datier ich die nächsten Posts einfach mal nach, solange bis die zeitliche Lücke halbwegs geschlossen ist.
30th September:
Kurz vor 9 Uhr morgens. Eine vertraute, immer wieder gern gehasste Melodie erklingt in meinen Ohren. Die erste Nacht auf irischem Boden war kurz, aber es nützt nichts, denn Küchenschluss beim Frühstück ist bereits halb 10. Ich schwinge mich also voller unglaublichen Elan (jeder der schon einmal nach 5 bis 6 Stunden Schlaf mit mir gefrühstückt hat kann das bestimmt bestätigen) aus dem Bett und begebe mich zügig in die große Küche des Hostels. (Außenansicht des Hauses weiter unten auf Foto 1)
Mein Do-it-yourself-Frühstück besteht aus 3 Scheiben Toast, verschiedenen Sorten Konfitüre, irischer Butter und schwarzem Tee. Zur Konfitüre ist zu sagen, dass die allgemeine Reiseempfehlung für Großbritannien und Irland vorsieht sich ausschließlich an „Jam“ zu halten. „Marmalade“ ist, und mag es noch so verlockend klingen, ausschließlich die Bezeichnung für bittere Orangenmarmelade. Zum meinem Glück wusste ich das zwar, zu meinem Pech bin ich aber von Natur aus neugierig und somit bildet marmalade hiermit den Auftakt meiner Serie: „Muss man mal probiert haben, ist wahrscheinlich auch so, schmeckt trotzdem nicht.“
Allen Widrigkeiten des Morgens zum Trotz habe ich mich dann doch relativ schnell aufgemacht die Gegend zu erkunden. Und man merkt schon nach ein paar Schritten ganz deutlich, dass man hier, Europa hin Europa her, in einer ganz anderen Welt ist. Allem wohnt irgendwie eine fremde, aber dennoch angenehme und freundliche Stimmung inne. Ich bin jedenfalls begeistert von der Architektur, überall die kleinen alten Häuser (kaum ein Gebäude in Cork ist größer als 3 Stockwerke), nur unterbrochen durch die doch sehr reichlich gesäten, alles überragenden Kirchen (beispielhaft dafür ein Foto der St. Annes Church in Shandon, direkt vor der Türe meiner Herberge), man fühlt sich kurzzeitig wie ein Tourist, bis man dann plötzlich realisiert, dass das hier, zumindest für eine Weile, eine zweite Heimat werden soll.
Als kleine Impression dazu soll das dritte Foto weiter unten dienen. Es ist die (wirklich) Erst-Beste Straße auf meinem Weg durch Cork, und so, oder so ähnlich, sieht es da an vielen Stellen in der Innenstadt aus.
Ein weiter Vorteil von Cork, an dem auch die Architektur nicht unbeteiligt ist, wird mir im Laufe des Tages relativ schnell bewusst: Es ist nahezu unmöglich sich innerhalb der Innenstadt zu verlaufen. Egal wo man ist, nach wenigen Kreuzungen kommt man entweder an einen Fluss (Cork liegt auf einer Insel, ähnlich wie Döbeln, nur ein bisschen größer halt) oder an eine der vielen Kirchen. Eine Neuorientierung von diesem Punkten aus erweist sich als unglaublich problemlos. (Auf diese Weise hab ich am Abend auch mein Hostel wiedergefunden …einfach immer der Shandon Church hinterher)
Das Zentrum der City wiederum wird durch die drei größten Straßen begrenzt, St. Patricks Street (benannt nach dem Schutzheiligen Irlands und zu sehen auf dem nächsten Foto), Grand Parade und South Mall. In deren Mitte wiederum findet sich die Oliver-Plunckett-Street (siehe Foto fünf), hier angesiedelt sind neben vielen kleinen Läden und Restaurants die Hauptattraktion Irlands: Die Pubs. Leider habe ich es diesem Abend noch nicht geschafft einen zu besuchen, war mir alleine dann aber auch zu doof, obwohl ich rückblickend bestimmt ein paar Iren gefunden hätte, die sich über Trinkgesellschaft gefreut hätten.
Allgemein war der Tag doch eher von wildem Umhergewusel geprägt. Wo ist was, und wenn ja wie viele? So oder so ähnlich hätte das Motto lauten können. Alles in allem war die ganze Hin-und-Her-Rennerei aber irgendwie eine willkommene Abwechslung zum Stress der letzten Tage. Und ganz nebenbei ist es mir dabei übrigends, trotz grob überschlagenen 1800 km Luftlinie nach Hause, möglich gewesen ein kleines Stück Heimat ausfindig zu machen. (siehe Foto 6)
Vollgestopft mit sovielen Impressionen blieb mir schlussendlich trotzdem ein allseits bekanntes menschliches Grundgefühl erhalten, so dass die auf dem letzten Foto abgebildete Tüte (Inhalt: 2 Sandwiches, 1 0,5er Flasche Wasser, 1 Banane) nach einem harten Kopf an Kopf-Rennen mit einer Bus-Monats-Karte für den Monat Oktober sich den Titel „Größte Errungenschaft des Tages“ sichert, nur um noch am selben Abend am Ufer des South Channels restlos geleert zu werden.
Na dann füll mal die temporäre Lücke .... scheint ja dutzende leute zu intressieren :P.
AntwortenLöschenSchön das du gut angekommen bist, und das wetter scheint auch gut zu sein in dem örtchen. naja ich wünsch dir was, wenig arbeit, viel freizeit, nen ruhigen schlaf, gutes essen, beste getränke ... und son kram den man halt noch brauch um keinen stress zu haben.
ich glaub ich schau hier mal ab und an rein ...
MfG M.G.a.R.
Ist doch mal ein schickes Städtchen. Ich hoff ich komm da auch mal hin. Hatte Irland eigentlich schon vor ein paar Jahren vor, aber nie was draus geworden leider. :/ Ich muss an meiner Reiseplanung arbeiten oO
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