Mittwoch, 14. Oktober 2009

Clubbing

1st October

Eine Lektion musste ich gleich am ersten Abend im neuen Heim lernen: Irische Studenten feiern gerne. Und genauso wie bei deutsche Studenten auch wird vor der Party erstmal ordentlich vorgeglüht.

In Sachen Intensität des Saufgelages stehen die Iren uns dabei übrigends in nichts nach (eher noch im Gegenteil). Wie ich später noch erfahren sollte, übertreffen sie uns aber um Längen in Sachen Häufigkeit. Wenn ich meine Mitbewohner als spontan verfügbares Beispiel heranziehe, sieht ein normaler Wochenablaufplan etwa wie folgt aus: Montags und Mittwoch Party zu Hause (oder bei Bekannten), Dienstag und Donnerstag Party in der Stadt. Am Wochenende fährt man dann zu Mum und Dad, um sich erstmal richtig auszuschlafen. Ok, zugegeben, es gibt sicher auch Studenten in Deutschland, die das in etwa so handhaben, ich würde das glaube ich nicht können, zumindest nicht, wenn man nebenbei noch halbwegs den Uni-Alltag managen will.

Zum Saufgelage, und dem darauffolgenden Club-Besuch, wurde ich jedenfalls ohne eigenes Zutun sehr herzlich eingeladen, und so fand ich mich einige Kurze und drei Bier später irgendwo mitten in der Innenstadt in einem Club mit dem schönen Namen „Gorby’s“ wieder.

Dort haben ich erst einmal feststellen müssen, dass in Irland an allen Orten an denen Alkohol ausgeschenkt oder verkauft wird unglaublich genau auf das Alter geachtet wird. Ohne Ausweis geht da Garnichts. Zumindest nicht, wenn man sich nicht irgendwo eine gefakte ID (oder zumindest einen Ausweis von einem Bekannten) besorgt hat, was unter den 16 und 17 Jährigen wohl Gang und Gebe ist. Jedenfalls war es kein Problem für Ceira, oder für dieses Abend sollte ich lieber Julia sagen, in die Disco zu kommen.

Zur Disco selbst kann ich nicht soviel sagen. Im Großen und Ganzen das gleiche wie in Deutschland, wahrscheinlich ein bisschen unterschiedliche „Musik“, aber die meisten Leser werden eh wissen, was ich grundsätzlich von Black-Beat halte. Aber mit einem gewissen Pegel ist bekanntlich alles tanzbar, also hab ich mich unters Irische Volk gemischt und hatte für Clubbing echt einen schönen Abend.

Um Punkt 02:00am kam ich dann den Genuss des ersten richtigen kulturellen „Aha“-Effekts. Ich war zwar darauf vorbereitet, dass es in Irland eine Sperrstunde gibt, aber die Auswirkungen der Tatsache, dass pünktlich um zwei alle Pubs, Clubs und Bars dicht machen müssen, waren mir bis dahin nicht so wirklich klar. Oder um es anders auszudrücken: Willst du in Cork viele Menschen auf der Straße sehen, dann lauf zur Rush Hour (so gegen halb 9) durch die Patrick Street, willst du richtig viele Menschen sehen, dann geh zwischen 17:00 und 18:00 einkaufen, willst du aber Unmassen an Menschen sehen, dann sei 2 Uhr nachts in der Innenstadt.

1 Kommentar:

  1. Das klingt ein Bißchen nach "Stromausfall. Los, alle vor die Tür!" ;)

    AntwortenLöschen